Die richtige Haarpflege in der Schwangerschaft




Wussten Sie, dass Frauen während der Schwangerschaft etwa zehn Prozent mehr Haar haben? Das liegt am in dieser Zeit vermehrt produzierten Hormon Östrogen. Es verlängert die Lebens- und Ruhephase jedes einzelnen Haares. So fallen sie später aus als sonst und sehen schön voll aus. Gerade in der Schwangerschaft ist die richtige Haarpflege wichtig, denn auch geschädigte, spröde Haare bleiben länger auf dem Kopf.

Tipps für tolle Haare

Es ist deshalb gut, regelmäßig Haarkuren und Pflegeprodukte zu benutzen. Ideal sind Shampoos und Spülungen für strapaziertes Haar. Ein Trick ist es, das Haar gründlich auszuspülen. Das Ausspülen sollte in etwa dreimal länger dauern als das Shampoonieren. Denn das bewahrt vor spröden Spitzen. Bei langen Haaren die Pflege nur in die Spitzen und Längen geben und nicht in die Ansätze. Das beschwert die Frisur zu sehr. Benutzen Sie, wenn Sie schwanger sind, einmal pro Woche eine Haarpflegekur. Sie versorgt das Haar mit wertvollen Pflegestoffen. Bei sehr trockenem Haar hilft auch ein altes Hausmittel: Olivenöl. Einfach in die Spitzen kneten, mit Alufolie umwickeln und dann etwa eine Stunde oder über Nacht unter einem Handtuch wirken lassen. Anschließend ausspülen. Macht super geschmeidig!

Haarpflege zum Selbermachen

Da nasses Haar viel empfindlicher ist als trockenes, sollten Sie es nie zu heftig trockenrubbeln, sonst wird die äußere Schutzhülle in Mitleidenschaft gezogen. Besser ist es, Strähne für Strähne im Handtuch auszudrücken.
Manchmal sind die Haar zwar gesund, sehen aber matt und glanzlos aus. Das kann an Kalkrückständen liegen, die das Haar aus dem Gleichgewicht bringen. Die perfekte Lösung ist eine saure Spülung aus Essig und Zitrone, die den PH-Wert der Haare wieder herstellt. Pflege-Tipp zum Selbermachen: Geben Sie einen Esslöffel Apfelessig und eine halbe ausgepresste Zitrone in ein viertel Liter Mineralwasser. Am besten den Kopf über die Wanne halten und den Mix übers feuchte Haar schütten. Mit etwa einem Liter Mineralwasser nachspülen.

Föhnen vermeiden

Was Sie außerdem dringend vermeiden sollten, ist zu heiße Föhnluft. Wann immer es möglich ist, trocknen Sie das Haar lieber an der frischen Luft. Wenn Sie einen Föhn benutzen, dann immer nur auf der niedrigsten oder mittleren Stufe. Halten Sie den Föhn 15 Zentimeter vom Kopf entfernt. Tollen Glanz bekommen die Haare, wenn Sie sie zum Schluss kalt durchpusten. Macht schön geschmeidig: Geben Sie vor dem Föhnen eine spezielle Lotion ins Haar. Das verschließt die Schuppenschicht und sie kann nicht so stark aufrauen. Vermeiden Sie es möglichst ein Glätteisen oder Heißwickler zu verwenden. Wenn Sie während der Schwangerschaft dennoch ein Stylinggerät benutzen, dann nur im trockenen Haar. Anschließend eine Haarpflege- bzw. Stylingcreme hineingeben.

Brennessel-Tee entfernt Pflege-Rückstände

Manchmal kommt es während der Schwangerschaft auch zu vermehrter Schuppenbildung. Das kann an Hormonveränderungen oder Stress liegen. Manchmal sind auch Wirkstoff-Rückstände, zum Beispiel aus dem Shampoo, dafür verantwortlich. Hilfreich sind Spezialshampoos oder Peelingshampoos, die das Gleichgewicht der Kopfhaut wieder herstellen. Tipp: eine Spülung mit lauwarmem Brennnesseltee ins Haar geben.

Darf man Haare in der Schwangerschaft färben?

Leider gibt es bis heute keine ganz klare Antwort auf diese Frage. Die Wirkung von chemischen Haarfarben in der Schwangerschaft ist nicht eindeutig bewiesen. Dennoch, versuchen Sie das Haarefärben in der Schwangerschaft wenn möglich zu vermeiden. Dafür spricht auch, dass nicht ganz klar ist, wie die Farbe auf der veränderten Haarstruktur aussieht. Zum Glück gibt es Alternativen. Dazu gehören Farbshampoos oder Farbschaum mit natürlichen Farbstoffen, wie zum Beispiel Kastanie, Kamille, Henna oder Walnuss. Ein Trick ist auch eine selbstgemachte Spülung: Mit Kamillenblüten und Zitronensaft können Sie Blondtöne auffrischen, grüne Wallnussschalen bringen Braun zum Leuchten und Rote Beete intensiviert Rotnuancen.

Was passiert mit den Haaren nach der Schwangerschaft?

Das Schönmacher-Hormon Östrogen wird in der Plazenta gebildet, deshalb sinkt der Hormon-Spiegel leider nach der Entbindung sofort ab. Das hat zur Folge, dass sich die tolle Haarpracht zwei bis vier Monate nach der Geburt wieder verabschiedet. Die Haare, die während der letzten Monate länger als sonst auf dem Kopf geblieben sind, fallen nun aus. Das ist ganz normal und hat nichts mit klassischem Haarausfall zu tun. Meist normalisiert sich dieser Zustand nach der Stillphase und das Haar wächst wieder wie gewohnt. Damit der Unterschied nicht zu sehr auffällt, sind Volumenshampoos eine mögliche Idee. Auch Volumenschaum hilft, die Haare nach der Schwangerschaft wieder gepflegt und voll aussehen zu lassen.